Tags: einstellungen

22.09.08

Permalink 05:49:44, von marco & christian E-Mail , 543 Wörter   German (DE)
Kategorien: Menschen

Erste Eindrücke der australischen Mentalität

Offenheit
Knapp drei Wochen sind wir nun in Australien und es ist an der Zeit zu beschreiben, was uns an der australischen Mentalität am deutlichsten auffällt.
Zuallererst müssen wir als Deutsche die Offenheit und Herzlichkeit der Australier bemerken. Stehst Du mit suchendem Blick und einer Karte am Straßenrand dauert es keine zwei Minuten bis sich eine Traube von Australiern um Dich gebildet hat, von denen jeder in eine andere Richtung zeigt und Dir in jedem zweiten Satz Fragen stellt dazu woher Du kommst, wie lange Du bleibst und ob es Dir hier gefällt. Kurz danach kommen dann die Empfehlungen, wohin Du unbedingt auch noch reisen solltest.
Was die Offenheit der Australier ebenfalls gut beschreibt ist unsere Fahrt in die Innenstadt von Melbourne: Da wir mit einer Menge Equipment unterwegs sind werden wir oft darauf angesprochen, was wir produzieren oder für wen wir arbeiten. Nach und nach klinkten sich immer mehr Mitfahrer ins Gespräch ein und diskutierten die schönsten Plätze von Melbourne, als wir an unserer Haltestelle Ausstiegen diskutierte bereits der gesamte Wagon über die schönsten Orte in Melbourne und wir hatten wirklich Schwierigkeiten uns aus dem Gespräch ausklinken zu können.
Das ist im übrigen etwas was wir uns immer häufiger fragen: wie bekommen die Menschen hier je irgendetwas erledigt? :))

Gastfreundlichkeit
Da unser Schiff mit all dem Equipment noch immer auf sich warten lässt sind wir auf Strom von außerhalb angewiesen. Das wichtigste Equipment wie Foto- und Filmkamera haben wir zwar dabei, aber die Akkus müssen natürlich auch geladen werden.
Wir hatten aber inzwischen schon mehrmals das Glück, dass uns ein freundlicher Australier, mit dem wir an unmöglichen Orten ins Gespräch gekommen sind, ein Kabel vom Haus zum Truckaus eingeladen hat.
Gestern haben wir auf diesem Weg Ian und seine Frau kennen gelernt. Ian ist Accountant in Melbourne und lud uns zu einer Tasse Tee und zu einer Rundfahrt in seinem alten Mercedes ein, weil man Melbourne einfgach bei Nacht gesehen haben muss. Während der Fahrtsprachen wir über die Mentalität der Australier und weshalb manche Dinge anders laufen als in anderen Ländern. Die Herzlichkeit der Menschen hier macht verständlich weshalb Australien eines der beliebtesten Auswanderungsländer der Welt ist. Bisher kamen bereits 9 Millionen Menschen nach Australien. Es ist ein leichtes mit Australiern ins Gespräch zu kommen, nein man wird eigentlich sofort angesprochen und in ein Gespräch verwickelt. Wer mit sich mit Smalltalk schwer tut bekommt hier einen Intensivkurs.

No worries man
Mit diesem Satz könnte man die Einstellung der Australier auf den Punkt bringen. Über Kleinigkeiten z.B. im Straßenverkehr wird sich hier nicht geärgert. Ist ein Fahrstreifen auf einem Freeway zugeparkt wird einfach darum herum gefahren. Die Hupe im Auto ist für die Australier zum Grüßen gedacht, weniger zur Ermahnung von anderen Autofahrern. No worries scheint mir hier mehr als nur eine Phrase zu sein die fast an jedem Gesprächsende benutzt wird. Es ist die Erkenntnis dass man die Kleinigkeiten die im Leben schief laufen ruhig auch mal schief laufen lassen kann. Sorgen sollte man sich eher über die wichtigen Dinge machen. Und wichtig ist hier nicht viel. No worries eben.



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